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Schluss mit toter Käfer #2

Eigentlich ist es erschreckend, dass es einen Beitrag gab, in dem ich mich dafür entschuldigte, einen auf toter Käfer zu machen – und nun muss ich das sogar noch ein zweites Mal machen. Noch erschreckender! Aber, was soll ich sagen, manchmal hat das Leben einfach andere Pläne, als dafür zu sorgen, dass man ruhig und bequem Beiträge für das eigene Blog posten kann.

Die letzten Wochen waren stressig. Ihr kennt das. Uni, Arbeit, Familie und Menschen. Ach, die Menschen. Ihr ahnt ja gar nicht, was für Abgründe sich auftun können, wenn man am wenigsten damit rechnet. Da leisten sich Leute Ungeheuerlichkeiten, dass einem die Ohren schlackern.

Über manche Dinge darf man gar nicht öffentlich reden, wahrscheinlich werde ich diese dann irgendwann wieder mit Schreiben verarbeiten und auf irgendeine Weise in meine Geschichte einfließen lassen. Andere Dinge sind hingegen ganz besonders schön: sich von einer absoluten, erschöpfenden „Freundschaft“ lösen und im Gegenzug zwei ganz besondere Menschen/Freundinnen „wiederfinden“, ohne die das Leben ein ganzes Stück dunkler war, was man aber erst jetzt, wo man sie wiederhat und sie ganz viel Licht und Liebe mitbringen, bemerkt. Ist das nicht schön? Ich finde schon. Zur Erklärung: Eine Freundin war durch ihre Beziehung und das Wohnen in einer anderen Stadt irgendwie abhanden gekommen, ist nun aber getrennt und wieder in heimische Gefilde gezogen. Die andere war meine beste Freundin an der Grundschule, uns Kinder gab es damals quasi nur in symbiotischer Form. Und wie das Leben so spielt verliert man sich im Laufe der Jahre aus den Augen, zieht um, ändert den Namen. Aber eigentlich vergisst man sich nicht, und zumindest ich habe immer wieder sehnsüchtig an damals gedacht. Naja, und vor einer Weile habe ich mir ein Herz gefasst, einen Brief an die frühere Adresse der Eltern geschickt und siehe da, er erreichte sein Ziel und wir Mädels einander. ❤ Wie sagt man so schön, wir passen wie Arsch auf Eimer, auch nach über 14 Jahren noch. Wieder. Wundervoll ist das, sag ich euch.

Was ist aber in Sachen Blog passiert? Ich muss zugeben, in den letzten zwei, drei Monaten hatte ich doch eine Art Glaubenskrise. Was genau genommen lächerlich ist, da es das Blog erst seit März gibt und ich realistisch betrachtet nur ein kleines, schummriges Licht mit Wackelkontakt am großen Bloggerhimmel bin. Aber die Tatsache, dass andere Blogger/innen teilweise 2 bis 3 Rezensionen am Tag posten und zusätzlich erzählen wie viel sie nebenbei noch für die Arbeit machen und basteln und haste nicht gesehen, ließ in mir die Frage aufkommen, was genau ich hier eigentlich mache. Bzw. wie andere das machen. Was mache ich „falsch“, dass ich nicht so viel lese, poste und berichte wie andere? Mache ich etwas falsch? Ich lese schnell. Sehr schnell. Finde ich, sagen andere. Und trotzdem schaffe ich nicht trölfzig Bücher die Woche. Möchte ich eigentlich ja auch gar nicht. Ich möchte versinken, vergessen, reisen, verstehen, verarbeiten, auftauchen. Das ist ein Prozess, der nicht mal nur eben eine halbe Stunde dauert. An manchen Büchern habe ich noch Wochen später zu knabbern, obwohl ich inzwischen drei weitere gelesen habe. Ihr kennt das. Wie machen dann andere das? Andere, die mitunter wirklich tolle, bewegende Rezensionen schreiben, die nicht erkennen lassen, dass in der gleichen Woche noch elf weitere folgen. Ich weiß es nicht. Und ich weiß auch immer noch nicht, was ich davon halten soll. Trotzdem frag(t)e ich mich, wofür das dann hier? Was ist der Sinn, wenn andere sowieso mehr und (nach meiner Auffassung) schöneres posten. Ich habe den Versuch gemacht: Eine Woche lang keine Mails lesen (der Adresse, die ich bei Blogabonnements angegeben habe). Soll ich euch sagen, wie viele Mails es waren? 792. Und nein. Ich habe zwar ein paar, aber nicht so viele abonnierte Blogs. 792. Was fängt man mit so einer Zahl an? Seinen Internetkonsum überdenken. Und sonst? Aussortieren. Habsch. Und dann? Ihr merkt schon, ich war schockiert. Und abgesehen vom dementen Opa, Unistress und Liebeskummer – auch zu maximalproduktiven Stoßzeiten bekäme ich keinen nennenswerten Anteil an einer solchen Zahl zustande. Wofür also bloggen?

Wohl einfach für’s Gefühl. Wofür auch groß sonst. Ich werde mich auf jeden Fall nicht dazu verpflichtet fühlen, plötzlich elfhundertelfzig Beiträge am Tag zu posten. Sonst artet das hier nachher noch in Arbeit aus. Ihr kennt das. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht ist das ein subjektives Empfinden – das sich erschlagen fühlen, das nicht hinterher kommen, das sich durch die herausragende Arbeit anderer unter Druck gesetzt fühlen. Wobei das wohl vielen schon im Alltag passiert. Hach. Ich hab den Faden verloren. Aber ihr wisst, was ich meine, oder?

Ich habe trotz allem in letzter Zeit viel gelesen. Die Maze Runner Trilogie, nachdem ich vom ersten Teil im Kino ganz begeistert war. Tintenherz, weil mir einfach mal wieder danach war. Den ersten Teil vom Herrn der Ringe. Wer mein Blog kennt, und meinen Elefant im Porzellanladen Beitrag gelesen hat, fragt sich jetzt: „WHAT?! Jule, Du kannst die Bücher nicht ausstehen, weil Frodo ne olle Heulsuse ist!“ Ich sage jaah. Jaah, ich gebe zu, in der Vergangenheit habe ich mich sehr kritisch geäußert. Aber! Ich habe beschlossen, der Sache noch mal eine Chance zu geben. Und was soll ich euch sagen –  es funktioniert. I like it. Also, Frodo und Gollum immer noch nicht. Werde ich wohl auch nie. Aber hey, der Rest ist wirklich nicht schlecht gemacht. Ursprünglich wollte ich ja den Hobbit lesen. Weil ich mir anlässlich des Kinostarts des 3. Teils auch die beiden anderen Filme noch mal angesehen habe, bevor ich ins Kino gegangen bin. (Ich bin übrigens ziemlich verknallt in Thorin. Ziemlich, ziemlich. Ich hab halt ein Faible für düstere, mufflige, verschlossene aber aufrechte Charaktere. Ich stehe dazu.) Aber irgendwie ist mein Buch abhanden gekommen. Mäh. Dafür lese ich momentan zusätzlich die Krimi Edition Finnland von Ebook.de. Ich bin ja sonst eigentlich ein zu großes Angstkaninchen für Krimis, aber bisher findet sich in den Büchern genau die richtige Mischung aus Spannung, Kriminalistik und Verbrechen. Hierzu später mehr! Anlässlich des Jubiläums des Mauerfalls habe ich außerdem bei „Vom Leben am Rand der roten Scheibe“ zugegriffen. Ich bin gespannt, ob meine Erwartungen erfüllt werden!

Außerdem habe ich es mal mit einem Hörbuch probiert. Also, probiert ist nicht ganz richtig. Probiert habe ich es schon öfter mit Hörbüchern. Ich kann nur nicht still sitzen. Hörbuchliebhaber sagen ja immer, Hörbücher wären toll, weil man nebenbei noch was anderes machen könne. Kann ich aber irgendwie nicht, weil ich dann das Gefühl habe, nicht alles mitzukriegen. Putzen, Autofahren, atmen. Stillsitzen und mir das Buch anhören, ohne was nebenbei zu machen, kann ich aber auch nicht. Hmpf. Naja. Hab mich dann aber doch mal gezwungen und mir „Er ist wieder da“ angehört. Das Fazit ist, dass mir das Hörbuch sehr gefallen hat, Hörbücher aber nix für mich sind – aus oben genannten Gründen.

Habt ihr übrigens auch schon so viele Plätzchen gebacken wie ich? Also, ich habe defacto mehr Teig als Plätzchen gegessen, aber solange es zumindest ein paar in den Ofen geschafft haben, zählt das trotzdem, oder? Oder? Schokocookies mit Schokosplits drin, Zimt-Vanille-Kipfel, Mürbeteigplätzchen mit Royal Icing und natürlich die ganz normalen Butterplätzchen. Meine Mutter hat außerdem noch dunkle und weiße Pfeffernüsse gebacken. Ein Traum, sage ich euch. Mein Vater hat mir vor lauter in sich rein stopfen nicht mal richtig guten Tag sagen können.

Und habt ihr schon all eure Geschenke für nächste Woche zusammen? Feiert ihr klassisch im Kreis der Familie oder macht ihr irgendwas ausgefallenes? Ich darf gar nicht daran denken, wie viel Essen in den nächsten zwei Wochen in mich hinein wandern wird! Aber eine Elfe im Speckmantel bin ich jetzt schon, da machen 3 Kilo den Kohl auch nicht fett fetter.

In diesem Sinne – frohes Fest, frohes Schlemmen und bis zum nächsten Beitrag! 🙂

PS: Warum schreiben sich 1294 Wörter eigentlich in einem Blogbeitrag ganz, ganz leicht und in einer dringend abzugebenden Hausarbeit nicht? Hm? Answers anyone?

 

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2 Kommentare zu „Schluss mit toter Käfer #2

  1. Hallo „toter Käfer“ 😉
    Mir ging das mit der von Dir erwähnten Glaubenskrise ähnlich. Ich hab mich auch schon gefragt, wie andere so viele Rezensionen in einer Woche schreiben/veröffentlichen können und ich teilweise gerade mal ein Buch in einer Woche lese – oder weniger. Andererseits habe ich mich nicht gefragt, ob dadurch mein Blog eine andere Wertigkeit hat. Auch ich habe ja erst dieses Jahr mit dem Bloggen angefangen. Aber ich mache das in erster Linie für mich, weil es mir Spaß macht über Bücher zu schreiben. Dass es tatsächlich den ein oder anderen Leser meines Blogs gibt, freut mich natürlich. Aber wenn nicht, würde ich die Flinte dennoch nicht (gleich) ins Korn werfen. Solange ich Freude daran habe und mich hier nicht nur mit Buchbesprechungen austoben kann, läuft der Blog weiter.

    Plätzchen gebacken habe ich auch schon. Passiert bei mir in der Regel am WE vor dem 1. Advent. 🙂 Und mit 4 Sorten Plätzchen reiche ich mit selber Essen und verschenken ziemlich genau bis an die eigentlichen Feiertage. Selbige verbringe ich bei meiner Familie in meiner Heimat. Relativ traditionell – wobei es nicht mehr so ist (sein kann) wie als Kind. Zu viel hat sich geändert *schnief* und es mussten neue Traditionen gefunden werden. Das Wichtigste sind für mich die geliebten Menschen mit denen ich die Tage verbringen kann. Das ganze Essen, die Geschenke, der Trubel wäre für mich gar nicht nötig.

    Viele Grüße und schöne Weihnachtsfeiertage
    Susanne

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Du Liebe,

      Du hast schon Recht, letztendlich mache ich das alles für mich selbst (und ein paar treue Seelen, die sich mittlerweile angefunden haben ;)). Deswegen habe ja auch ich beschlossen, die Flinte nicht ins Korn zu werfen, sondern einfach weiter zu machen und Spaß zu haben. Wenn ich mir nur überlege, wie viele tolle Leute ich inzwischen über das Blog, bzw. die Bloggergemeinde kennen gelernt habe. Das wäre anders gar nicht möglich gewesen und ist ein echtes Geschenk. Alleine deswegen lohnt es sich schon, am Ball zu bleiben.

      Was Weihnachten angeht hast Du übrigens ebenfalls Recht – das Wichtigste ist immernoch, eine schöne Zeit mit der Familie bzw. geliebten Menschen verbringen zu können. Das gute Essen ist allerdings gut schmückendes Beiwerk 😛

      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt 1 Person

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