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Down the way…

Da stehe ich wieder, nachts auf dem Balkon. Atme die kalte Mitternachtsluft, die Dunkelheit tropft in den Himmel – überzieht alles wie Reif, nimmt Konturen und Farben.

Hier stehe ich gern. Die Ruhe, nur ab und zu unterbrochen von einem Auto, die Gedanken, die fliegen, rasten, manchmal schlafen. Ich brauche das – ein Ausgleich zum Alltag. Ständig muss man funktionieren, von einem Termin zum Anderen hetzen. Viel zu selten einfach frei genau das tun, was man möchte.

Mit meinem nächtlichen Balkon schaffe ich mir eine Ruhe-Oase. Tagsüber nutze ich andere Möglichkeiten. Bücher – meine ständigen Begleiter, die Flucht nach vorn, zurück, überall hin. Und dann die Musik.

Die Musik…

Es gibt Titel, die höre ich seit Jahren. Habe sie immer bei mir, auf dem Handy, dem Laptop – und wenn nicht dort, dann im Herzen. Kann jeden auswendig, denke sie alle, verbinde sie mit Erlebnissen, Erinnerungen, Menschen. „Nineteen“ und „The Con“ von Tegan&Sarah, „Hurt“ von Johnny Cash, „Sound of Silence“ und „Bright eyes“ von Simon&Garfunkel, „Runaway Train“ von Soul Asylum, „Fast Car“ von Tracy Shapman, „Comes and goes“ von Greg Laswell, „Between you and I“ von Every Avenue. Zu viele, zu wenige.

Ich mag Texte, manchmal Melodien. Geschichten, die hinter den Noten und CD-Hüllen stehen.

Als Angus&Julia Stone vor ein paar Jahren das erste Mal für mich sangen, war es Liebe auf den ersten Ton. Ich schloss die Augen, blendete Yoko und Klaas aus, die das Geschwisterpaar zum Interview einluden. Hörte, sog es auf, verfiel. Und kaufte.

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„Down the way“ ist eines der wenigen Alben, die ich besitze, weil es keinen Titel gibt, den ich nicht mag. Manchmal höre ich Lieder eines Künstlers, mag sie – höre mir das Album an und finde 98% der restlichen Titel grauenhaft. Angus&Julia meinen es gut mit mir, jeder Song passt mir, wie eine weiche, warme Jacke, mit vielen Taschen zum Krümskrams und Erinnerung hinein stopfen. Wisst ihr, was ich meine?

Auch das Booklet mag ich, das ist, als hielte man ein kleines Poesie-Album in den Händen. Knittrige schwarz-weiß-Aufnahmen, Bilder gepresster Blüten, überbelichtete Familie-Fotos, dazu wie handgeschrieben die Texte aller Songs.

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Ich liebe es. Anzusehen und zu hören. Es macht mir Sommer und Glück und Vermissen und Einsam-und-Zusammensein und noch so sehr viel mehr im Herz.

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