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Montagsfragensammelbeitrag

Asche über mein Haupt. Ich fühle mich fürchterlich, dass ich mein Blog in letzter Zeit so sträflich vernachlässigt habe. Zum Schreiben komme ich kaum, zum Lesen irgendwie gar nicht mehr. Ich freue mich, dass sich trotzdem jeden Tag ein paar verirrte Klicks in meiner Statistik bemerkbar machen – gut zu wissen, dass mich immer noch Leute lesen und vielleicht die ein oder andere Bücheridee aufgreifen.

Ich mache ja eigentlich immer gern bei der Montagsfrage von Libromanie mit, aber somehow hab ich auch das schon etwas länger aus den Augen verloren. Ich mag aber die Montagsfrage, deswegen habe ich beschlossen, die verpassten Fragen heute mal in einem Sammelbeitrag nachträglich zu beantworten. So. Und ab nächster Woche mach ich das (hoffentlich >.<) wieder pünktlich und regelmäßig!

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Montagsfrage vom 07. Juli 2014

„Gibt es ein Buch, das ihr untrennbar mit einer bestimmten Person verbindet?“

Ja, das gibt es tatsächlich. Sogar mehrere.

Erwähnen möchte ich aber vor allem eines – eines meiner absoluten Lieblingsbücher: „Die roten Orchideen von Shanghai“ (Juliette Morillot). Ich sehe mich heute noch mit ca. 14 im möhligen Kinderzimmer meiner Klassenkameradin stehen und sie nach einem Buch fragen. Ob sie eines hätte, das mich bewegen und faszinieren würde. Hatte sie. Gab sie mir. Ich mit meinem Elefantengedächtnis – ich weiß noch, was wir anhatten, wie sie mir das Buch gab, wie es roch, was sie sagte. Ich habe es innerhalb weniger Tage gelesen (obwohl ich damals noch kein so schneller Leser war wie heute) und war bewegt, und fasziniert.

Fasziniert bin ich auch heute noch. Von meiner Klassenkameradin, weil sie bereits mit 13 solche Literatur besaß. Von uns beiden, weil wir das Buch trotz unseres Alters begriffen und lieb gewannen. Von dem Buch, weil es so eindrücklich war, dass ich es von meinem Taschengeld kaufte und bis heute im Regal stehen habe.

Meine Klassenkameradin lieh mir später auch „Die Anstalt“ (John Katzenbach) aus. Ebenfalls ein tolles Buch, aber ich habe keine solche Beziehung zu jenem Buch, wie zu den roten Orchideen von Shanghai.

 

Montagsfrage vom 14. Juli 2014

„Welche Bücher nehmt ihr mit in den Urlaub?“

Hmm… Die Frage ist in sofern schwierig, als dass ich niemals dazu komme, wirklich Urlaub zu machen – als Studentin fehlt mir einfach das nötige Kleingeld für längere Urlaube.

Ich mache manchmal Wochenendausflüge. Dann allerdings lohnt es sich selten, für die zwei, drei Tage noch ein Buch mitzuschleppen. Ich erinnere allerdings an einen Urlaub, den meine Familie machte, als ich 16 war. Zwei Wochen Teneriffa – die ungeliebten tinerfeñosischen Großeltern besuchen. Ich war damals in meiner Sturm, Drang und Trotz Phase. „Nimm dir ein Buch mit“, sagte Mama. „Nö.“, sagte ich. „Schon allein, weil du das sagst“, dachte ich.

Und dann. Teneriffa. Kultur, Sightseeing, Strand nicht beschwimmbar, weil Vulkanerde. Mäh. Das Kind hat Langeweile. Hättste mal ein Buch mitgenommen. „Hab ich dir doch gesagt“, sagt Mama (es zu sagen, macht es nicht besser).

Irgendwann sind wir im Ort mal an einem Buchstand vorbei gekommen, der gebrauchte Bücher verkaufte. Und was soll ich euch sagen, es gab genau EIN deutsches Buch. „Schattenesser“ von Kai Meyer. Das habe ich heute noch im Regal stehen – die Jahre haben es etwas mitgenommen aussehen lassen. Und was soll ich euch sagen – sobald ich irgendwann wieder in den Urlaub fahre, liegt dieses Buch als erstes im Koffer. Und wenn dafür ein Extraschlüppi zu Haus gelassen werden muss.

Wenn ich dieses Buch lese, habe ich sofort wieder Teneriffa im Kopf. Sonne, Busfahrten, Gerüche, Farben. Dann bin ich wieder im Urlaub.

 

Montagsfrage vom 21. Juli 2014

„Mit welcher Romanfigur wärst Du gerne befreundet?“

Hmpf, eine schweeeere Frage… Ich mag ja treue, eloquente Freunde.

Ich glaube… Ich wäre gern mit Tyrion Lannister befreundet. Ein kluger Mann mit der Gabe der Ironie und des Sarkasmus‘ gesegnet – mit dem würde ich gerne mal den einen oder anderen trinken gehen.

Percy Jackson. Weil er mir in den Büchern als Mensch extrem gut gefallen hat – als Held mit einer unsäglich schweren Aufgabe ist er so wunderbar bodenständig und ehrlich geblieben.

Day aus Legend. Auch wenn er mir immer etwas unnahbar erschien, kämpft er für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – Familie, Freunde, Recht und Wahrheit.

Genau wie Nina von Libromanie würde ich auch das Känguru der Känguru-Chroniken als Freund wollen. Auch wenn es mich wahrscheinlich um den Verstand brächte, der Gesprächsstoff würde uns wohl niemals ausgehen. 🙂

 

Montagsfrage vom 28. Juli 2014

„Happy End erwünscht?“

Nö.

Also, schön wenn es da ist. Aber wenn nicht, isses mir auch schön.

„Beim Leben meiner Schwester“ (Jodi Picoult) war ein so schönes Buch, mit einem Ende, das ich bis heute nicht mit klarem Blick lesen kann, weil ich so viel Pipi im Auge habe. Als ich dann den Film gesehen habe, den sie mit einem traurigen, aber wesentlich vorhersehbareren Ende versehen haben, dachte ich, mäh. Warum? Alle sind traurig, aber zufrieden, die Hauptfigur bekommt ihren Willen, alle Hinterbliebenen sind Friede, Freude, Eierkuchen. Ich liebe Eierkuchen. Aber warum muss man ein Ende für die Zuschauer so unnötig zurecht biegen. Sind es nicht vor allem die schrecklichen Dinge im Leben, die uns erkennen lassen, wie schön die schönen Dinge eigentlich sind? Warum muss dann immer alles so perfekt geleckt sein? Und warum können in Gruselfilmen am Ende nicht einfach mal alle sterben, anstatt dass immer je ein verliebtes Männchen und Weibchen übrig bleiben und nach allem Furchtbaren happily ever after feiern?

 

Montagsfrage vom 04. August 2014

„Bekommst Du eigentlich noch Bücher geschenkt?“

Klar! Also, tatsächlich nicht mehr so oft, wie ich’s gern hätte. Und anders, als in Zeiten der konsumorientierten Teenagerschaft bin ich heutzutage auch dem Verleihen wesentlich mehr zugetan. Aber ich freue mich trotzdem immer, wenn ich Bücher geschenkt bekomme. Das passiert vor allem zu Weihnachten, von Onkeln und Tanten, die mich selten sehen und de facto nicht gut genug für andere Geschenke kennen. Und auch, wenn büchertechnisch schon das ein oder andere Failgeschenk dabei war, ein paar Mal wurde ich doch mit schönen Büchern überrascht.

 

Montagsfrage vom 11. August 2014

„Was hältst Du von literarischen Tattoos?“

Also, generell gesagt: Ich liebe Tattoos und warte immer noch sehnsüchtig auf den Zeitpunkt, an dem ich mutig genug sein werde, um mir all meine Ideen stechen zu lassen.

Und weiterhin generell gesagt: Ich mag es auch, wenn Tattoos einen literarischen Hintergrund haben. UND ich bin jeder Gesinnung und Lebensart gegenüber offen. Sprich, jeder soll tun, was er mag.

Aber.

So wundervoll ich die Idee auch finde, sich kleine (oder große) Motive, Zeilen oder Zeichen aus liebgewonnenen Büchern stechen zu lassen – ich finde es schade, dass mittlerweile jeder das Gleiche trägt. Sich die Deathly Hallows stechen zu lassen, ist ein wunderbarer Wunsch. Wenn allerdings von 14 Leuten trölfzig das gleiche Bild haben, wird es langsam langweilig. Ist Harry Potter die einzige Buchreihe, die es auf der Welt gibt?

Ich würde mir auch gern irgendwann ein Tattoo stechen lassen, das einen Bezug zu einem mir wichtigen Buch hat. Erst mal sind aber zwei Tattoos dran, die wichtige Worte und Symbole für meine Familie beinhalten.

Schaut doch mal hier und hier. Ich mag solche Zusammenstellungen. Da kann man super Mäuschen spielen, wie andere Leute so sind. 🙂

 

Montagsfrage vom 18. August 2014

„Was wäre Dein Traumjob, wenn Du etwas mit Büchern machen könntest?“

Ich studiere ja. BWL. Mähh, denken da viele. Was ein langweiliger Kram. Ich könnte jetzt sagen „Neiiiihhhn.. Ihr irrt euch! BWL ist wirklich toll!“

Das wäre gelogen.

Mittlerweile bin ich mir unsicher, welchen Alkoholhersteller ich für diese Entscheidung beschuldigen soll. Fakt ist: Anders, als mit einem Vollrausch, kann ich mir diese Entscheidung nicht erklären. Ich, der Mathenoob, den selbst die Mathenoobs auslachen. Hmpf.

Und wenn man mit seinem Leben unzufrieden ist, wünscht man sich, man hätte, würde, könnte… In meinem Hinterzimmer feile ich ja immer noch an meiner Autoren-Karriere. Ob das wohl je was wird? Ich denke aber auch oft darüber nach, nach dem Studium den Weg des Buchhändlers einzuschlagen. Die unternehmerischen Voraussetzungen habe ich ja in meinem Knaller-Studium mit auf den Weg bekommen. Fehlt nur noch das Wissen über den Buchhandel. Vielleicht kann ich mir dafür einen gelernten Partner mit ins Boot holen. Oder ich arbeite erst einmal einen Teil meiner Studienschulden als Bürostute ab und versuche mich an einem Fernstudium oder -Lehrgang, um das benötigte Wissen zu erhalten. Soll’s ja geben.

Doch, ich denke, das wäre wirklich etwas für mich.. Aber mal sehen, was die Zukunft so bringt.

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6 Kommentare zu „Montagsfragensammelbeitrag

  1. Das bist du ja wieder! Deine Fragen waren so schön beantwortet – das erste „wichtige“ Buch hat mich sehr berührt. Und dass du jetzt ohne Extraschlüppi verreist hat mich zum lachen gebracht – ich mag das Wort Schlüppi sowieso gern (ich stehe auf fast tote Wörter).
    Und ein bisschen hab ich schon das Gesicht verzogen, als ich endlich begriffen habe, dass du BWL studiert. Ernsthaft? Wow! Ich dachte an Buchhandel oder Bibliothekarin – mindestens. Aber von BWL kannst du prima in den Buchhandel rüberwechseln – eine Freudin von mir ist einen ähnlichen Weg gegangen.
    Tagsüber kannst du ja von mir aus machen was du willst, aber nachts – nachts wirst du gefälligst schreiben 😛

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    1. Ach Du liebe! 🙂

      Ich liiiiiebe das Wort Schlüppi! Und Pipi und Krümskrams und das Wort mütztärihös (das ich mittlerweile gar nicht mehr auf Anhieb richtig schreiben kann, ohne länger darüber nachzudenken, weil ich es immer mit Absicht so schreibe, wie ich es schreibe)!

      Und ja, leider studiere ich BWL. Eine Art Schnellschuss, einfach nur, um aus meiner Horror-Anstellung nach der Ausbildung rauszukommen. An Arbeit in einem Betrieb (bzw. überhaupt) war damals nicht mehr zu denken, also musste ein Plan B her. Studium. Alleine studieren? Mäh. Mit Freundin? Ja. Was will die? BWL. Mäh. Na gut.
      So. Und nun bin ich da. Zu stur zum Aufgeben, zu mathebehindert um’s ohne Kollateralschäden zu schaffen. Aber naja. Man tut was man kann. 😉

      Vielleicht kannst Du ja als Zwischenverständiger dienen oder mir mal den Kontakt zu Deiner Freundin vermitteln? Mich würde interessieren, welche Schritte sie bei ihrem Wechsel gegangen ist, bzw. was man da beachten oder vorbereiten sollte.

      Gut, liebe Jessa, wenn Du das sagst, werde ich fortan nimmermehr schlafen, sondern mir die Tastatur an die Finger tackern!

      Beisewäi: Du schreibst mir immer so liebe Kommentare. Ich mag Dich. Ich kenn Dich nicht, aber ich find Dich toll, und möchte irgendwann in meinem Leben gern mal einen mit Dir trinken gehen. Das wäre sicher recht lustig 😀 Du bist so wunderbar nicht auf den Mund gefallen – so Leute mag ich generell! 😉

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    1. Ich liebe es, ironisch zu sein 😉

      Aber worauf Du Dich mit dem Bücher verbrennen beziehst, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen.. 😦 Habe ich irgendwo irgendwas zu dem Thema geschrieben?

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