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Noir (Jenny-Mai Nuyen)

Nuyen.Noir

„Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben, ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden ­Menschen voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur 24 Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht …“ (Rückentext)

Bisher hatte ich noch kein Buch der Autorin gelesen, um Noir bin ich allerdings (warum auch immer) bereits eine endlos lange Weile herum geschlichen. Letztendlich habe ich mich dann selbst zum E-Book überreden können und bin im Endeffekt ganz froh, mich nicht mit dem Hardcover belastet zu haben.

Der Rückentext sagt eigentlich so ziemlich alles, was man über die Handlung wissen muss. Nino, der nach dem Unfalltod seiner Eltern von seiner älteren Schwester aufgezogen wird, kann den Tod jedes Menschen vorhersehen. Er weiß wann und woran jemand stirbt – auch er selbst. Der Unfall und seine Gabe setzen seiner Psyche ziemlich zu, sodass er in therapeutischer Behandlung ist und regelmäßig Tabletten nehmen muss.

Als er auf einer Party mit dem geheimnisvollen Samedi zu tun bekommt, nimmt die Handlung langsam Fahrt auf. Samedi ist Mitglied eines mysteriösen Mentorenzirkels, der Menschen mit Ninos Gabe aufnimmt und ausbildet.

Nino verliebt sich in Noir, eine von Samedis Angestellten und findet nach und nach heraus, was es mit ihr, ihrem Chef und dem Mentorenzirkel auf sich hat – woraufhin er mit Noir nach Frankreich flüchtet.

Obwohl ich die grundlegende Idee des Buches wirklich interessant fand, war mir die Handlung an manchen Stellen einfach zu unverständlich und verwirrend. Abschnitte aus Gegenwart, Vergangenheit und früherer Vergangenheit wechseln miteinander und gipfeln schließlich in einem Ende, aus dem ich mir erst nach umfangreicher Internet- und Meinungsrecherche einen (zumindest teilweisen) Reim machen konnte. Betrachtet man nur die Geschichte an sich, würde ich fast von dem Buch abraten.

Das absolute Highlight des Buches und damit auch Grund für eine ganz klare Leseempfehlung ist allerdings der Schreibstil der Autorin. Wenn auch an manchen Stellen fast etwas over the top – die Wortkunst von Jenny-Mai Nuyen hat es in sich. So schöne Worte, so empfindsame Beschreibungen und fantastische Bilder zeichnet sie und gibt der Geschichte damit eine düstere Tiefe, die ich so nicht erwartet hatte. Ich war absolut begeistert, und konnte so auch über die ein oder andere Länge des Buches hinweg sehen.

Schade nur, dass selbst Nuyens Wortzauber für mich nicht über das verhutzelte Ende hinwegtäuschen konnte.

Das Buch ist mit der ISBN 978-3862520282 beim Rowohlt Verlag erschienen und kann für 14,95€ gekauft werden.

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6 Kommentare zu „Noir (Jenny-Mai Nuyen)

  1. Ach, ich kenne das nur zu gut – da verliebt man sich in den Rückentext und denkt dann “Ach Mensch, warum hat er/sie da nicht mehr aus dieser tollen Idee gemacht?” ich schau mal, ob ich das Buch hier in der Bibliothek bekomme – der Stil scheint ja toll zu sein 🙂

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  2. Hm hm hm… ich hab die gute Frau mal in einem Interview gesehen, sie sprach dort davon, dass sie tatsächlich und wahrhaftig Musen hätte. Also nicht nur eine inspirierende Person, sondern so richtig esoterisch-spirituell. Das war mir da schon sowas von too much, dass ich beschlossen habe, niemals ein Buch von ihr zu lesen. Trotz dessen muss ich aber zugeben, dass „Noir“ von der Story her gut klingt. 😉

    LG,
    Elli

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    1. Esoterisch-spirituelle Musen? O.o Öhm ja.. Jedem das Seine.
      Aber geschrieben hat sie das Buch schon toll! Nur inhaltlich war’s für mich eben nicht so der Knaller..

      Liebe Grüße 🙂

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  3. Ich finde das Cover irgendwie total schön. Obwohl schlicht, na ja gebrochenes Glas, blau, fetter schwarzer Titel sind jetzt nicht sooooo innovativ. Aber trotzdem. Ich finde es hat etwas. Und deine Rezi weckt in mir den Wunsch zu prüfen, ob die Geschichte tatsächlich nicht mehr her gibt oder ob es – wie so oft – nur eine Frage der Perspektive ist 😉
    Ich notiere mir das Buch mal für meine Wunschliste 😀

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    1. Stimmt, das Cover ist toll 🙂 Auch wenn ich das Buch als Ebook gelesen habe und die Farben da nicht so heraus kamen.
      Und ich finde wirklich, das Buch hat seine Stärken, es ist halt nur stellenweise recht verwirrend – zumindest für mich. 😉
      Ich bin gespannt, wie Dein Eindruck von dem Buch ist!

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